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Anwendungsformen des Gleichstroms |
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5.1. Konstant fliessender Gleichstrom(Galvanisation)
Dazu gehören alle Anwendungsformen des Gleichstroms, bei welchen die Stromstärke während der gesamten Behandlungszeit gleich bleibt.

5.1.1. Stabile Galvanisation
Dosierungsparameter :
| Stromstärke |
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Wird gemessen in mA ; angezeigt am Therapiegerät. |
| Sie ist im gesamten Stromkreis gleich. |
| Wird üblicherweise nach dem subjektiven Empfinden des Patienten einreguliert |
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Dosis I |
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sensibel unterschwellig |
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| Dosis II |
sensibel schwellig |
| Dosis III |
sensibel überschwellig |
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| Sie muss der Elektrodengrösse angepasst sein; als sicherer Dosierungsbereich gilt die sogenannte „objektive Dosierung" : |
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| 0,05 - 0,2 mA pro cm² der aufliegenden Elektrodenfläche |
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| Stromdichte |
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Sie bezeichnet die Stromstärke pro cm² der dem Körper anliegenden Elektrodenfläche. |
| Sie soll zwischen 0,05 - 0,2 mA betragen. |
| Die Elektroden können, je nach Therapieziel, innerhalb eines Stromkreises unterschiedlich gross gewählt werden; damit wird die kleinere Elektrode zur aktiven Elektrode, d. h. an ihr ergibt sich eine höhere Stromdichte. Die grössere Elektrode wird zur passiven Elektrode, d.h. an ihr ergibt sich eine geringere Stromdichte. Die Stromstärke wird nach der aktiven Elektrode bemessen. |
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| Stromstärken-Konstantschaltung |
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Die Hornschicht der Haut bietet dem galvanischen Strom den grössten Widerstand. Dieser beeinflusst die am Therapiegerät eingestellte Stromstärke. |
| Der Hautwiderstand ist nicht immer gleich, er sinkt unter anderem auch während einer Stromanwendung ! |
| Es sollte daher mit Geräten gearbeitet werden, die eine „Constant Current"-Einstellung ( CC ) ermöglichen. |
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| Durchströmungszeit(Behandlungszeit) |
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Die konstante Galvanisation ist eher eine Langzeitbehandlung, da die erwünschten Wirkungen Zeit brauchen. |
| Grundsätzlich gilt : |
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Akute Krankheitsstadien benötigen |
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niedrige Stromstärke |
| kurze Behandlungsdauer |
| kurze Behandlungsserie |
| kurze Behandlungsintervalle |
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Chronische Krankheitsstadien benötigen |
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höhere Stromstärke |
| längere Behandlungsdauer |
| längere Behandlungsserie |
| längere Behandlungsintervalle |
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| Behandlungsdauer |
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| kurz |
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5 min. |
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| mittel |
15 min. |
| lang |
30 min. |
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| Behandlungsserie |
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| kurz |
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3 - 5 mal |
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| mittel |
6 - 10 mal |
| lang |
12 - 18 mal |
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| Behandlungsintervall |
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| kurz |
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täglich, evtl. mehrmals |
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| mittel |
3 mal wöchentlich |
| lang |
2 mal wöchentlich |
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| Kontraindikationen |
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| Metallimplantate im Stromgebiet ! (auch z. B. Granatsplitter, „Spirale" , etc.) |
| Herzschrittmacher |
| Tumore (maligne, benigne) |
| Thrombosen (Gefahr von Embolien) |
| Thrombophlebitis |
| AVK Stadium II b - IV nach Fontaine |
| Varizen |
| Akute Entzündungen (lokal, systemisch) |
| Allgemeininfektionen |
| Eitrige Prozesse |
| Fieber |
| Unterleib bei Schwangerschaft ! |
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| Durchführung einer Behandlung mit galvanischem Strom |
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Anamnese, vor allem zum Ausschluss etwaiger Kontraindikationen |
| Inspektion (Hautschäden, Narben, etc.) |
| Lagerung (so bequem wie möglich) |
| Patientenunterweisung (mindestens zur ersten Behandlung) |
| Reinigung, evtl. Entfettung der Haut im Bereich der Elektrodenauflage |
| Einstellung aller Parameter am Elektrotherapiegerät (Intensitätsregler in „Nullstellung" !!!) |
| Elektrodenanlage nach Krankheitsbild und Behandlungsziel (Längs-/Querdurchströmung, absteigende/aufsteigende Behandlung, indifferente/differente Elektrodenanlage, bipolare/tripolare Elektrodenanlage, angefeuchtete Schwämme zwischen Haut und Elektrode !!!, auf sichere Befestigung achten, Überprüfung !!! ) |
| Dosis langsam (einschleichend) einregulieren |
| Dem Patienten „Rufbereitschaft" signalisieren (evtl. Klingelknopf bereitlegen) |
| Nach Behandlungsende Intensitätsregler in „Nullstellung", Elektroden entfernen, Inspektion, evtl. Hautcreme auftragen bzw. den Patienten instruieren, Elektrodenschwämme auswaschen! |

5.1.2. Iontophorese
Verfahren zur Einbringung von Arzneistoffen durch die unverletzte Haut mittels des galvanischen Stromes.
Die Iontophorese basiert auf dem Vorgang der Ionenwanderung in Leitern
zweiter Klasse unter Einwirkung von Gleichstrom.
Voraussetzung zur Einbringung von Arzneistoffen mittels des galvanischen Stromes ist, dass die verwendeten Arzneistoffe in Ionenform vorliegen.
| Vorteile : |
keine Verletzung der Haut durch Einstechen |
| keine Belastung innerer Organe |
| unmittelbare Wirkungsentfaltung am Ort der Störung, wenn dieser hautnah liegt |
| Depotwirkung unter der Haut |
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| Nachteile : |
die Wirkstoffmenge, die eindringt, lässt sich nicht genau bestimmen, daher ist nur die Anwendung indifferenter Arzneistoffe möglich. |
Dosierungsparameter :
| Stromstärke |
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ca. 0,1 mA/cm² der aufliegenden Elektrodenfläche |
| in etwa „sensibel schwellig" |
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| Behandlungszeit |
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ca. 15 bis zu 30 Minuten |
| auf jeden Fall mit kurzen Behandlungszeiten beginnen, um die Reaktion beurteilen zu können |
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| Behandlungsintervall |
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nach der biologischen Halbwertszeit des Präparates (Herstellerangabe) |
| optimale Gewebespiegel sollten sich bei Behandlungsabständen von etwa einer Halbwertszeit einstellen. |
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| Durchführung einer Iontophorese : |
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Anamnese, vor allem zur Abklärung evtl. bestehender Allergien |
| Inspektion der Haut im Behandlungsbereich |
| Hautreinigung, evtl. Entfettung mit Alkohol |
| Auftragen des Arzneistoffes am Behandlungsort |
| angefeuchtete Cellophan®-Folie auflegen |
| Elektrodenanlage(dicke Schwämme !) je nach Polung des Arzneistoffes |
| konstante galvanische Durchflutung, bzw. Durchflutung mit galvanischen Stromarten(erste Behandlung - kurze Behandlungszeit !) |

5.1.3. Hydroelektrische Bäder
Hydroelektrisches Vollbad(Stangerbad)
| Vorteile : |
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Das Wasser liegt dem Körper überall gleichmässig an, sodass keine örtliche Stromdichte entstehen kann. |
| Durch die grosse „Elektrodenfläche" ergibt sich eine geringe Stromdichte, trotz relativ hoher Stromstärke. |
| Wirkungen des Wassers : |
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thermische Wirkung(32° - 37° C) |
| Auftriebswirkung des Wassers |
| hydrostatischer Druck |
| evtl. chemische Wirkung(Zusätze) |
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| Wirkungen des galvanischen Stromes : |
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Stoffwechselanregung |
| gefässerweiternde Wirkung |
| tonusregulierende Wirkung |
| evtl. iontophoretische Wirkung |
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| Nachteile : |
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Der Patient ist im Nebenschluss, d. h. nur ein kleiner Teil des
Stromes geht durch den Patient; dieser ist ausserdem nicht
exakt messbar. |
| Der Patient reagiert evtl. ängstlich wegen der Kombination
Strom/Wasser (Information !). |
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Vierzellenbad(hydroelektrisches Teilbad)
| Unterschiede zum Stangerbad : |
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kein hydrostatischer Druck auf den Körperstamm |
| Der Patient ist im Hauptschluss, das heisst keine Stromverluste und vor allem genau messbare Stromstärke. |
| variablere Elektrodenschaltungen möglich, besonders hinsichtlich Teilbehandlung von Körperabschnitten |
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| Indikationsbereiche : |
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Rheumatische Krankheiten; Arthrosen; Spondylosen; Osteochondrosen; M. Bechterew |
| Krankheiten des Nervensystems; Neuralgien; Neuritiden; Paresen und deren Folgezustände, sowohl spastischer wie schlaffer Art |
| Klimaktische Beschwerden |
| In der Sportphysiotherapie, sowohl in aufsteigender, als auch absteigender Elektrodenschaltung |
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| Kontraindikationen : |
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wie bei stabiler Galvanisation ! |
| dekompensierte Herzschäden(vor allem bei Stangerbad !) |
| schwere Kreislaufstörungen |
| Emboliegefahr |
| Neigung zu Apoplexie |
| Alle Zustände, die durch Wärme und hydrostatischen Druck schlimmer werden könnten ! |
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Dosierungsparameter :
| Stromstärke |
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bis zu 1500 mA |
| praktisch nach Verträglichkeit und Reaktion ( ~ 500 mA ) |
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| Wassertemperatur |
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32° bis 37° C |
| Patientenbefragung nach Verträglichkeit ! |
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| Wasserstand |
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Elektroden müssen bedeckt sein |
| kein Wasserzufluss oder -abfluss während der Strom fliesst ! |
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| Elektrodenschaltung |
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viele Möglichkeiten bezüglich auf- oder absteigender Behandlung, Längs- oder Querdurchflutung, Teil- oder Ganzkörperbehandlung, indifferenter oder aktiv/passiver Elektrodenschaltung |
| nach Behandlungsziel |
| evtl. mit Umpolung nach der Hälfte der Behandlungszeit(vor UP den Strom auf Null herunterregeln !) |
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| Behandlungszeit |
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10 bis 20 Minuten |
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| Nachruhe ! |
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½ bis 1 Stunde |
| Patient evtl. warmhalten |
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